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2.700 Euro Lohn reichen nach 45 Jahren nur für Grundsicherungsniveau

45 Jahre Vollzeit. 45 Jahre Beiträge. Und am Ende reicht die gesetzliche Rente rechnerisch gerade bis zum durchschnittlichen Bedarf der Grundsicherung.

Dafür war 2025 ein Bruttolohn von monatlich 2.672 Euro nötig. Der gesetzliche Mindestlohn lag weit darunter. Wer für 12,82 Euro pro Stunde 40 Stunden in der Woche arbeitete, kam nur auf rund 2.222 Euro brutto im Monat. Es fehlten damit jeden Monat rund 450 Euro zu jener Lohnhöhe, die nach 45 Jahren überhaupt erst einen Rentenzahlbetrag auf Grundsicherungsniveau ermöglicht hätte.

Ende 2025 verdienten rund 2,7 Millionen sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte weniger als die erforderlichen 2.672 Euro. Das waren 12 Prozent der von der Bundesregierung betrachteten Vollzeitkräfte.

45 Jahre Mindestlohn bringen rechnerisch nur 852 Euro

Die 12,82 Euro pro Stunde entsprachen 2025 dem gesetzlichen Mindestlohn. Überträgt man das Verhältnis aus der Regierungsberechnung auf die daraus bei 40 Wochenstunden entstehenden 2.222 Euro Monatsbrutto, ergibt sich nach 45 Beitragsjahren ein Rentenzahlbetrag von rund 852 Euro. Gegenüber dem durchschnittlichen Bruttobedarf in der Grundsicherung von 1.024 Euro bliebe eine Lücke von etwa 172 Euro im Monat.

Bruttolohn 2025 pro MonatRentenzahlbetrag nach 45 JahrenAbstand zu 1.024 Euro
2.000 Eurorund 766 Eurominus 258 Euro
rund 2.222 Euro bei Mindestlohnrund 852 Eurominus 172 Euro
2.500 Eurorund 958 Eurominus 66 Euro
2.672 Euro1.024 Euro0 Euro

Selbst eine lückenlose Vollzeitbeschäftigung zum gesetzlichen Mindestlohn hätte im Modell nicht ausgereicht, um mit der gesetzlichen Rente den durchschnittlichen Grundsicherungsbedarf zu erreichen.

Seit Januar 2026 liegt der Mindestlohn bei 13,90 Euro, was bei 40 Wochenstunden rund 2.409 Euro brutto im Monat entspricht. Eine vergleichbare Rentenlücke lässt sich noch nicht berechnen, weil der durchschnittliche Grundsicherungsbedarf und die dazugehörige Lohnmarke für 2026 noch nicht vorliegen. Der belastbare Vergleich bleibt deshalb auf 2025 beschränkt.

Die kritische Lohnmarke stieg um 147 Euro

Schon der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, wie schnell sich die Schwelle verschiebt. Für 2024 setzte die Bundesregierung noch einen Monatslohn von 2.525 Euro an. Daraus ergab sich nach 45 Beitragsjahren ein Rentenzahlbetrag von 1.007 Euro. Ein Jahr später waren 147 Euro mehr Lohn nötig, um den ebenfalls gestiegenen durchschnittlichen Grundsicherungsbedarf zu erreichen.

JahrNötiger Bruttolohn pro MonatRentenzahlbetrag nach 45 Jahren
20252.672 Euro1.024 Euro
20242.525 Euro1.007 Euro

Die Zahlen stammen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage im Bundestag, die am 13. August 2026 übermittelt wurde. Der Vergleich unterstellt über das gesamte Arbeitsleben ein gleichbleibendes Verhältnis des eigenen Lohns zum jeweiligen Durchschnittsverdienst.

2,7 Millionen Beschäftigte unter der Schwelle

Nach der Antwort der Bundesregierung lagen am 31. Dezember 2025 rund 2,7 Millionen Vollzeitbeschäftigte unter einem Monatsbrutto von 2.672 Euro. Die Zahl wurde näherungsweise ermittelt, weil die Entgeltdaten der Bundesagentur für Arbeit nur in Klassen von jeweils 50 Euro vorliegen. Erfasst wurden sozialversicherungspflichtig Beschäftigte der Kerngruppe. Auszubildende und Arbeitnehmer mit besonderen sozialversicherungsrechtlichen Regeln sind nicht enthalten.

Die 2,7 Millionen Beschäftigten werden deshalb nicht automatisch zu späteren Grundsicherungsempfängern. Die Statistik bildet nur den Verdienst an einem Stichtag ab. Löhne können steigen, Beschäftigte können den Beruf wechseln und weitere Ansprüche aufbauen.

Damit lag jeder achte erfasste Vollzeitbeschäftigte unter dem Lohn, der im Regierungsmodell nach 45 Jahren gerade für eine Rentenzahlung auf durchschnittlichem Grundsicherungsniveau gereicht hätte.

Warum 45 Beitragsjahre allein nicht reichen

Für die spätere Rente zählt nicht nur die Dauer der Beschäftigung. Entscheidend ist, wie viele Entgeltpunkte während des Arbeitslebens zusammenkommen. Wer dauerhaft deutlich weniger als der Durchschnitt verdient, sammelt auch in 45 Jahren entsprechend weniger Punkte. Die Größenordnung lässt sich über die gesammelten Rentenpunkte berechnen.

Rentenpunkte Rechner

In der Regierungsberechnung ist ein möglicher Grundrentenzuschlag nicht enthalten. Er kann die Zahlung erhöhen, setzt aber weitere Bedingungen voraus und steht nicht jedem Beschäftigten mit langjährigem Niedriglohn automatisch zu.

Auch eine niedrige Rente führt nicht automatisch zu Grundsicherung im Alter. Der persönliche Bedarf hängt unter anderem von den anerkannten Wohnkosten, der Haushaltskonstellation, möglichen Mehrbedarfen sowie weiterem Einkommen und Vermögen ab. Eine bundesweit feste Grundsicherungsgrenze gibt es daher nicht.

Wer 2025 in Vollzeit zum gesetzlichen Mindestlohn arbeitete, lag rund 450 Euro unter der erforderlichen Lohnmarke. Selbst nach 45 Beitragsjahren bliebe die gesetzliche Rentenzahlung damit rechnerisch deutlich unter dem durchschnittlichen Grundsicherungsbedarf.