Am Jahresende 2025 umfasste der Bestand der deutschen Rentenversicherung 976.478 gesetzliche Altersrenten für Menschen im Alter von mindestens 90 Jahren. Das waren 258.971 oder 36,1 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Frauen stellen mehr als zwei Drittel dieser sehr alten Rentenbezieher. Selbst die Zahl der Altersrenten für Menschen ab 100 ist innerhalb eines Jahrzehnts um fast 50 Prozent gestiegen.
Mehr als jede zwanzigste Altersrente betrifft Menschen ab 90
Der im Juli 2026 veröffentlichte Statistikband Rente 2025 weist den Rentenbestand nach dem Alter am Stichtag 31. Dezember aus. Von insgesamt 19.087.911 Altersrenten entfielen 976.478 auf die Altersstufen von 90 Jahren bis 100 Jahre und älter. Das entspricht 5,1 Prozent oder gut jeder zwanzigsten laufenden Altersrente.
2015 waren es 717.507 Altersrenten ab 90 bei insgesamt 18.027.420 Altersrenten. Der Anteil lag damals knapp unter vier Prozent. Die Gruppe ab 90 wuchs damit wesentlich schneller als der gesamte Altersrentenbestand, der innerhalb desselben Zeitraums lediglich um 5,9 Prozent zunahm.
| Rentenbestand | 2015 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Altersrenten insgesamt | 18.027.420 | 19.087.911 | +5,9 % |
| davon ab 90 Jahren | 717.507 | 976.478 | +36,1 % |
| davon ab 100 Jahren | 13.074 | 19.608 | +50,0 % |
| Anteil ab 90 Jahren | 4,0 % | 5,1 % | +1,1 Prozentpunkte |
Zwei von drei Altersrenten ab 90 gehen an Frauen
Ende 2025 entfielen 663.852 Altersrenten der Gruppe ab 90 auf Frauen und 312.626 auf Männer. Der Frauenanteil lag damit bei 68 Prozent. Unter den mindestens 100 Jahre alten Empfängern fiel der Abstand noch größer aus. Dort standen 16.159 Frauen lediglich 3.449 Männern gegenüber.
Die Zahl der Männer ab 90 stieg seit 2015 allerdings schneller. Damals waren es 175.783 Altersrenten, zehn Jahre später 312.626. Das ist ein Zuwachs von 77,8 Prozent. Bei Frauen erhöhte sich die Zahl im selben Zeitraum von 541.724 auf 663.852 oder um 22,5 Prozent.
Die Geschlechterverteilung passt zur amtlichen Lebenserwartung, erklärt sie aber nicht vollständig. Nach der Sterbetafel 2023/2025 können 65-jährige Frauen im Durchschnitt mit weiteren 21,1 Jahren rechnen, gleichaltrige Männer mit 18,0 Jahren. Die DRV-Tabelle selbst enthält keine Angaben zu Gesundheit, Familienstand oder sonstigen Ursachen der unterschiedlichen Altersstruktur.
Mit 100 liegt der Zahlbetrag im Schnitt unter 923 Euro
Ein hohes Lebensalter bedeutet nicht automatisch eine hohe gesetzliche Rente. Bei den 90-Jährigen lag der durchschnittliche Rentenzahlbetrag Ende 2025 bei 1.151,97 Euro im Monat. Für Menschen ab 100 wies die Statistik durchschnittlich 922,90 Euro aus. Zum Vergleich betrug der durchschnittliche Zahlbetrag aller Altersrenten 1.195,31 Euro.
Aus den drei Mittelwerten darf kein altersbedingter Rentenabzug konstruiert werden. Eine gesetzliche Altersrente sinkt nicht, weil der Empfänger 90 oder 100 Jahre alt wird. Verglichen werden unterschiedliche Geburtsjahrgänge mit anderen Erwerbsbiografien, Rentenarten und Versicherungszeiten. Die Statistik zerlegt die Ursachen nicht. Naheliegende Faktoren sind frühere Lohnunterschiede und die damalige Erwerbsbeteiligung von Frauen.
Die Zahl erfasst nicht das gesamte Alterseinkommen
Die 976.478 Fälle sind laufende Altersrenten nach dem SGB VI ohne Nullrenten. Hinterbliebenenrenten, Pensionen, Betriebsrenten, private Vorsorge sowie Miet- oder Kapitaleinkünfte gehören nicht zu dieser Zahl. Der Rentenzahlbetrag beschreibt deshalb weder das gesamte Einkommen noch die finanzielle Lage eines Haushalts.
Der Zehn-Jahres-Vergleich zeigt vor allem eine Verschiebung im Rentenbestand. Während die Gesamtzahl der Altersrenten nur moderat wuchs, kamen in der Gruppe ab 90 fast 259.000 Zahlungen hinzu. Das ist für die Rentenfinanzierung relevant, weil Altersrenten grundsätzlich lebenslang gezahlt werden. Wie lange die einzelnen Renten bereits laufen, lässt sich aus dieser Alterstabelle jedoch nicht ablesen.