Der Abstand zwischen den neuen Altersrenten von Männern und Frauen hängt statistisch stark vom Bundesland ab. In Baden-Württemberg kamen Männer 2025 im Durchschnitt auf 1.521 Euro Zahlbetrag, Frauen auf 1.017 Euro. Das sind 504 Euro Unterschied im Monat. In Mecklenburg-Vorpommern lagen dagegen nur 19 Euro dazwischen. Bundesweit betrug der Abstand 376 Euro. Neue Regierungszahlen zeigen damit zwei völlig verschiedene Rentenlandschaften innerhalb Deutschlands. Besonders auffällig ist der fast geschlossene Abstand in den ostdeutschen Ländern.
Von 19 bis 504 Euro Unterschied
Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung vom 27. Juli 2026. Grundlage ist die Statistik der Deutschen Rentenversicherung zum Rentenzugang 2025. Verglichen werden die durchschnittlichen monatlichen Zahlbeträge neu begonnener Altersrenten mit Wohnsitz im Inland. Nullrenten sind nicht enthalten.
| Bundesland | Männer | Frauen | Abstand |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 1.415 € | 1.039 € | 376 € |
| Baden-Württemberg | 1.521 € | 1.017 € | 504 € |
| Bayern | 1.449 € | 989 € | 460 € |
| Berlin | 1.208 € | 1.162 € | 46 € |
| Brandenburg | 1.344 € | 1.271 € | 73 € |
| Bremen | 1.271 € | 948 € | 323 € |
| Hamburg | 1.266 € | 1.062 € | 204 € |
| Hessen | 1.439 € | 1.017 € | 422 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1.267 € | 1.248 € | 19 € |
| Niedersachsen | 1.437 € | 971 € | 466 € |
| Nordrhein-Westfalen | 1.448 € | 972 € | 476 € |
| Rheinland-Pfalz | 1.436 € | 972 € | 464 € |
| Saarland | 1.407 € | 917 € | 490 € |
| Sachsen | 1.305 € | 1.256 € | 49 € |
| Sachsen-Anhalt | 1.308 € | 1.239 € | 69 € |
| Schleswig-Holstein | 1.358 € | 1.002 € | 356 € |
| Thüringen | 1.295 € | 1.221 € | 74 € |
Im Osten ist der Abstand auffällig klein
Das Muster ist deutlicher als ein einzelner Spitzenwert. In den fünf ostdeutschen Flächenländern liegen zwischen den Durchschnittsbeträgen von Männern und Frauen nur 19 bis 74 Euro. Berlin kommt auf 46 Euro. Im Westen erreicht selbst der kleinste Abstand in Hamburg noch 204 Euro. In Baden-Württemberg, im Saarland, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern beträgt er mindestens 460 Euro.
Noch auffälliger wird die Verteilung beim Blick allein auf die Frauen. Brandenburg liegt mit durchschnittlich 1.271 Euro an der Spitze, gefolgt von Sachsen mit 1.256 Euro und Mecklenburg-Vorpommern mit 1.248 Euro. Das Saarland bildet mit 917 Euro das Schlusslicht. Zwischen Brandenburg und dem Saarland liegen damit 354 Euro im Monat. Alle fünf ostdeutschen Flächenländer liegen bei den neuen Frauen-Altersrenten über dem höchsten westdeutschen Wert von 1.062 Euro in Hamburg.
Bei Männern läuft die Rangfolge anders. Baden-Württemberg führt mit 1.521 Euro, gefolgt von Bayern mit 1.449 Euro und Nordrhein-Westfalen mit 1.448 Euro. Berlin weist mit 1.208 Euro den niedrigsten Durchschnitt aus.
Der Wohnort macht die Rente nicht höher
Die Tabelle darf nicht so gelesen werden, als würde ein Umzug nach Brandenburg die Rente erhöhen oder ein Wohnsitz im Saarland sie senken. Der Zahlbetrag entsteht aus der individuellen Versicherungsbiografie. Entscheidend sind insbesondere die versicherten Verdienste, die daraus erworbenen Entgeltpunkte, Beschäftigungsdauer, Teilzeitphasen, Kindererziehungs- und Pflegezeiten sowie die konkrete Rentenart.
Wie stark unterschiedliche Verdienste die spätere Rente verändern, lässt sich über die Rentenpunkte nach Einkommen nachvollziehen. Die Länderwerte spiegeln deshalb vor allem unterschiedliche Erwerbsbiografien der Menschen wider, die 2025 neu in Altersrente gegangen sind. Die Statistik erklärt nicht, welcher einzelne Faktor welchen Anteil am Abstand hat.
Auch der Begriff Zahlbetrag ist wichtig. Er bezeichnet bei der gesetzlichen Rente den Betrag nach dem Eigenanteil zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Eine mögliche Einkommensteuer wird von der Rentenversicherung nicht als monatlicher Steuerabzug berücksichtigt. Andere Alterseinkommen wie Betriebsrenten oder private Vorsorge stehen ebenfalls nicht in der Tabelle.
Frauen holen auf, aber die Zahlen sind keine Preisbereinigung
Der Zehnjahresvergleich zeigt eine weitere Verschiebung. 2015 lagen neue Altersrenten bundesweit bei durchschnittlich 1.048 Euro für Männer und 652 Euro für Frauen. 2025 waren es 1.415 beziehungsweise 1.039 Euro. Der Frauen-Durchschnitt stieg damit nominal um 387 Euro, der Männer-Durchschnitt um 367 Euro. Der absolute Abstand verringerte sich von 396 auf 376 Euro.
Das ist jedoch kein Vergleich derselben Personen und auch keine inflationsbereinigte Kaufkraftrechnung. Zwischen 2015 und 2025 haben sich Rentenwerte, Löhne, Erwerbsverläufe und die Zusammensetzung der Neurentner verändert. Belastbar ist vor allem der aktuelle Befund: Bei den neuen Altersrenten 2025 ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen im Osten sehr klein, während er in mehreren westlichen Ländern nahe an 500 Euro im Monat heranreicht.