1.500 Euro gesetzliche Rente im Monat klingen nach einem erreichbaren Ziel. Mit den Werten seit Juli 2026 sind dafür rund 35,28 Entgeltpunkte nötig. Wer diese ausschließlich über Arbeitsentgelt aufbaut, braucht bei 45 Beitragsjahren im Modell rund 3.393 Euro brutto im Monat. Bei kürzerer Beitragsdauer steigt der nötige Verdienst deutlich.
Für 1.500 Euro Rente sind 35,28 Punkte nötig
Seit dem 1. Juli 2026 ist ein Entgeltpunkt monatlich 42,52 Euro Bruttorente wert. Bei einer regulären Altersrente ohne Zu- oder Abschläge lautet die Rückwärtsrechnung deshalb: 1.500 Euro geteilt durch 42,52 Euro ergeben 35,2775 Entgeltpunkte. Gerundet sind 35,28 Punkte erforderlich.
Grundlage ist die Rentenformel der Deutschen Rentenversicherung. Sie multipliziert die erworbenen Entgeltpunkte mit Zugangsfaktor, aktuellem Rentenwert und Rentenartfaktor. Für die Modellrechnung stehen beide Faktoren bei 1,0. Ein vorgezogener Rentenbeginn mit Abschlag ist nicht eingerechnet.
45 Beitragsjahre drücken das nötige Gehalt auf 3.393 Euro
Verteilt auf 45 Jahre müssen im Durchschnitt 0,7839 Entgeltpunkte pro Jahr entstehen. Ein Punkt entspricht 2026 einem versicherten Jahresverdienst von 51.944 Euro. Dieses vorläufige Durchschnittsentgelt ist in den Sozialversicherungsrechengrößen für 2026 festgelegt.
0,7839 Punkte entsprechen damit 40.721 Euro Jahresbrutto oder rund 3.393 Euro im Monat. Das sind etwa 78,4 Prozent des monatlichen Durchschnittsentgelts von 4.328,67 Euro. Wer dieses Verdienstverhältnis über 45 Beitragsjahre hält, erreicht rechnerisch die nötigen 35,28 Punkte.
Die 45 Jahre in dieser Rechnung dürfen nicht mit der rentenrechtlichen Wartezeit von 45 Jahren verwechselt werden. Für die Wartezeit können je nach Fall auch Monate zählen, in denen weniger oder gar kein Arbeitsentgelt versichert wurde. Solche Monate erhöhen die Entgeltpunkte nicht automatisch im selben Umfang. Eine erfüllte Wartezeit für die Altersrente garantiert deshalb keine Bruttorente von 1.500 Euro. Umgekehrt kann ein höherer Verdienst die 35,28 Punkte auch in weniger als 45 Jahren ergeben.
Das bedeutet nicht, dass in jedem vergangenen Jahr genau 3.393 Euro auf der Abrechnung stehen mussten. Maßgeblich ist immer das Verhältnis zum Durchschnittsentgelt des jeweiligen Kalenderjahres. Weil auch der Durchschnittslohn gestiegen ist, waren in früheren Jahren niedrigere nominale Beträge für denselben Punktanteil nötig. Die Berechnung der Rentenpunkte nach Gehalt zeigt dieses Prinzip für die aktuellen Werte.
Bei 35 Jahren sind schon 4.363 Euro nötig
Eine kürzere Beitragsdauer muss durch einen höheren durchschnittlichen Verdienst ausgeglichen werden. Bei 40 Jahren sind jährlich 0,8819 Punkte erforderlich. Das entspricht nach den 2026er Werten einem Monatsbrutto von rund 3.818 Euro.
Bei 35 Beitragsjahren steigt der Bedarf auf 1,0079 Punkte pro Jahr. Dafür wären rund 52.356 Euro im Jahr oder 4.363 Euro im Monat nötig. Der Verdienst müsste damit geringfügig über dem aktuellen Durchschnitt liegen. Schon zehn Beitragsjahre Unterschied erhöhen den erforderlichen Modelllohn um fast 970 Euro monatlich.
Warum das heutige Gehalt keine Rentengarantie ist
Die Zahlen übersetzen eine Zielrente in heutige Rechengrößen. Sie sind keine Prognose für den nominalen Rentenbetrag in mehreren Jahrzehnten. Durchschnittsentgelt und Rentenwert verändern sich regelmäßig. Steigen Löhne und Renten weiter, werden sowohl das notwendige nominale Gehalt als auch der spätere Eurobetrag höher ausfallen.
Auch reale Erwerbsverläufe sind selten lückenlos. Teilzeit, Arbeitslosigkeit oder längere Phasen ohne Beiträge können die Punktzahl verringern. Kindererziehungszeiten oder Beiträge während des Bezugs bestimmter Entgeltersatzleistungen können zusätzliche Ansprüche schaffen. Wer früher in Altersrente geht, muss außerdem mögliche dauerhafte Rentenabschläge berücksichtigen. Für dieselbe Bruttorente wären dann mehr als 35,28 Punkte nötig.
1.500 Euro brutto sind nicht 1.500 Euro auf dem Konto
Die Zielgröße ist ausdrücklich eine Bruttorente. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung werden bei gesetzlich versicherten Rentnern in der Regel direkt einbehalten. Je nach Gesamteinkommen kann zusätzlich Einkommensteuer anfallen. Wie stark die Auszahlung sinkt, hängt von Krankenkasse, Familienstatus und persönlichen Steuerdaten ab. Eine erste Einordnung liefert die Übersicht zu Rente brutto und netto.
Für die persönliche Planung ist deshalb nicht das aktuelle Monatsgehalt allein entscheidend. Aussagekräftiger sind die bereits erworbenen Entgeltpunkte und die Hochrechnung in der jüngsten Renteninformation. Fehlt bis zur Zielmarke beispielsweise ein Punkt, entspricht das nach dem Rentenwert seit Juli 2026 monatlich 42,52 Euro Bruttorente.