182.219 von 356.388 neuen Regelaltersrenten lagen 2025 unter 600 Euro im Monat. Das sind 51,1 Prozent und damit mehr als jede zweite. Im Durchschnitt zahlte die Deutsche Rentenversicherung bei dieser Rentenart nur 764,01 Euro. Die Zahlen wirken wie ein Armutszeugnis für die gesetzliche Rente. Sie erzählen aber nicht die ganze finanzielle Geschichte eines Rentners.
Vier Zahlbetragsklassen ergeben die 51,1 Prozent
Die Werte stammen aus der inzwischen veröffentlichten Rentenzugangsstatistik 2025 der Deutschen Rentenversicherung. Erfasst sind neu begonnene Renten nach dem SGB VI ohne sogenannte Nullrenten. Die Tabelle 41.00 Z verteilt die Regelaltersrenten nach ihrem monatlichen Rentenzahlbetrag.
| Rentenzahlbetrag | Neue Regelaltersrenten 2025 | Anteil |
|---|---|---|
| unter 150 € | 34.439 | 9,66 % |
| 150 bis unter 300 € | 47.544 | 13,34 % |
| 300 bis unter 450 € | 51.982 | 14,59 % |
| 450 bis unter 600 € | 48.254 | 13,54 % |
Zusammen ergeben diese vier Gruppen 182.219 Renten. Wird die nächste Klasse bis unter 750 Euro hinzugerechnet, steigt die Zahl auf 221.459. Damit blieben sogar 62,1 Prozent der neuen Regelaltersrenten unter 750 Euro. Am anderen Ende lagen 12.445 Zahlbeträge bei mindestens 2.400 Euro. Das waren 3,49 Prozent.
Warum die Regelaltersrente im Schnitt so niedrig ausfällt
Der wichtigste Grund steckt in den Zugangsvoraussetzungen. Für die Regelaltersrente genügen nach § 50 SGB VI fünf Jahre Mindestversicherungszeit. Ein langes Arbeitsleben ist für den Anspruch nicht vorgeschrieben. Deshalb fließen in diese Statistik auch sehr kurze deutsche Versicherungsverläufe und Renten mit wenigen Beitragsjahren ein.
Die Zahl 764,01 Euro bedeutet also nicht, dass ein Beschäftigter nach 40 oder 45 Arbeitsjahren typischerweise nur diesen Betrag erhält. Zum Vergleich: Alle 925.865 im Jahr 2025 neu begonnenen Altersrenten kamen zusammen auf durchschnittlich 1.196,50 Euro. Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte erreichte im Mittel 1.677,49 Euro. Für sie sind 45 Versicherungsjahre erforderlich.
Wartezeit und Rentenhöhe sind zwei verschiedene Rechnungen. Die Wartezeit bei der Rente entscheidet über den Anspruch auf eine Rentenart. Die über das Berufsleben erworbenen Entgeltpunkte bestimmen den Betrag.
764 Euro sind nicht automatisch das gesamte Alterseinkommen
Die Statistik zeigt ausschließlich die deutsche gesetzliche Regelaltersrente. Eine zusätzliche Rente aus dem Ausland, eine Betriebsrente, private Altersvorsorge, Kapitaleinkünfte, Vermögen oder das Einkommen des Ehepartners stehen nicht in dieser Tabelle. Ein kleiner deutscher Zahlbetrag kann deshalb zu einem deutlich höheren gesamten Alterseinkommen gehören.
Auch der Begriff Rentenzahlbetrag muss sauber gelesen werden. Die Rentenversicherung bezeichnet ihn als Nettogröße vor Steuern. Er berücksichtigt die für den jeweiligen Versicherungsstatus statistisch angesetzten Sozialabgaben. Mit dem tatsächlich verfügbaren Haushaltseinkommen ist er nicht gleichzusetzen. Bei freiwillig oder privat versicherten Rentnern kann außerdem der Kontoeingang vom statistischen Rentenzahlbetrag abweichen.
Umgekehrt darf die Zahl nicht kleingeredet werden. Wer keine weiteren Alterseinkünfte hat, kann von weniger als 600 Euro gesetzlicher Rente allein kaum den Lebensunterhalt bestreiten. Ob ein zusätzlicher Anspruch besteht, hängt jedoch nicht nur von der Monatsrente ab. Einkommen, Vermögen, Wohnkosten und die Haushaltskonstellation spielen ebenfalls eine Rolle.
Die persönliche Rentenauskunft ist wichtiger als der Durchschnitt
Für die eigene Planung liefert der Durchschnitt von 764,01 Euro deshalb keine brauchbare Prognose. Entscheidend sind die im Versicherungskonto gespeicherten Zeiten und Entgeltpunkte. Ein Jahr mit dem jeweiligen Durchschnittsentgelt bringt grundsätzlich einen Entgeltpunkt. Wer nur die Hälfte verdient, erhält ungefähr einen halben Punkt.
Die Rentenzugangsstatistik setzt dennoch ein starkes Signal. Mehr als die Hälfte der 2025 neu bewilligten Regelaltersrenten blieb unter 600 Euro. Das ist keine Prognose für jeden Beschäftigten und kein vollständiger Armutsindikator. Es zeigt aber, wie viele sehr kleine Ansprüche im deutschen Rentensystem tatsächlich zur Auszahlung kommen. Wer nur auf die Durchschnittsrente aller Altersrenten schaut, übersieht genau diese große Gruppe.