87.194 neue Erwerbsminderungsrenten brachten 2025 einen monatlichen Zahlbetrag von weniger als 1.050 Euro. Das waren 49,55 Prozent aller neuen EM-Renten. Selbst bei den vollen Renten blieb der Anteil mit 43,38 Prozent hoch.
87.194 Renten unter der Schwelle
Die Deutsche Rentenversicherung erfasste im vergangenen Jahr 175.978 neue Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Aus Tabelle 31.00 Z des neuen Statistikbands Rente 2025 lassen sich sieben Zahlbetragsklassen unterhalb von 1.050 Euro zusammenrechnen. Auf sie entfielen 87.194 Fälle.
Die Grenze von 1.050 Euro ist keine gesetzliche Mindestleistung und keine amtliche Armutsgrenze. Sie entsteht aus der Einteilung der DRV-Statistik in Schritte von jeweils 150 Euro. Der Befund zeigt dennoch unmittelbar, wie viele neue Renten einen vierstelligen Monatsbetrag nicht oder nur knapp erreichten.
| Neue EM-Renten 2025 | Insgesamt | Unter 1.050 € | Anteil |
|---|---|---|---|
| Alle Renten | 175.978 | 87.194 | 49,55 % |
| Volle EM-Renten | 155.178 | 67.316 | 43,38 % |
| Teilweise EM-Renten | 20.689 | 19.770 | 95,56 % |
Die Gesamtzahl enthält zusätzlich 111 besondere Rentenarten für Bergleute, die in der Aufteilung nach voller und teilweiser Erwerbsminderung nicht enthalten sind.
Auf zwölf Monate hochgerechnet bleibt ein monatlicher Zahlbetrag unter 1.050 Euro unter 12.600 Euro im Jahr. Das ist keine von der DRV ausgewiesene Jahressumme, sondern macht lediglich die Größenordnung der laufenden Zahlung sichtbar. Andere Einkünfte des Haushalts sind dabei nicht erfasst.
Auch volle EM-Renten fallen häufig niedrig aus
Teilrenten drücken die Gesamtverteilung erwartbar nach unten. Sie sollen das Einkommen aus einer noch möglichen Tätigkeit von drei bis unter sechs Stunden täglich ergänzen. Ihr Rentenartfaktor beträgt grundsätzlich 0,5. Fast 96 Prozent der neuen Teilrenten blieben deshalb unter 1.050 Euro.
Das erklärt aber nicht den gesamten Befund. 67.316 neue volle EM-Renten lagen ebenfalls unter der Schwelle. „Voll“ beschreibt das stark eingeschränkte Leistungsvermögen und bedeutet nicht, dass das frühere Gehalt ersetzt wird. Die volle Erwerbsminderungsrente wird aus dem individuellen Rentenkonto berechnet. Entgeltpunkte, Zurechnungszeit und Abschläge bestimmen den Betrag.
Durchschnitt steigt, niedrige Beträge bleiben
Der durchschnittliche Zahlbetrag aller neuen EM-Renten stieg 2025 auf 1.066,61 Euro. Im Vorjahr waren es 1.041 Euro. Gleichzeitig sank der Anteil unter 1.050 Euro laut Statistikband Rente 2024 von 51,38 auf 49,55 Prozent. Die Entwicklung zeigt eine Verbesserung, beseitigt die niedrigen Zahlbeträge aber nicht.
Der Durchschnitt verdeckt dabei die breite Verteilung. Am oberen Ende lagen 34.324 neue EM-Renten bei mindestens 1.500 Euro. Diese 19,5 Prozent ziehen den Mittelwert nach oben. Wie hoch der mittlere Wert ist, der die Renten exakt in zwei gleich große Gruppen teilt, weist der Statistikband nicht aus.
Erwerbsminderungsrente-Rechner
Der Vergleich arbeitet mit nominalen Beträgen und berücksichtigt keinen Kaufkraftverlust. Zudem ist der Zahlbetrag nicht mit der Bruttorente gleichzusetzen. Bei gesetzlich krankenversicherten Rentnern sind die eigenen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung bereits abgezogen. Eine mögliche Einkommensteuer ist noch nicht berücksichtigt. Wie Bruttorente, Abschläge und Abzüge zusammenwirken, hängt von der persönlichen Höhe der Erwerbsminderungsrente ab.
Unter 1.050 Euro bedeutet nicht automatisch Grundsicherung
Aus dem Rentenzahlbetrag allein folgt kein Anspruch auf staatliche Hilfe. Für die Grundsicherung bei Erwerbsminderung zählen unter anderem die anerkannte Miete, weiteres Einkommen, Vermögen, das Einkommen des Partners und die dauerhafte volle Erwerbsminderung. Bei einer teilweisen oder nur befristet vollen Erwerbsminderung kann stattdessen ein anderes Leistungssystem zuständig sein.
Die 87.194 Fälle zeigen deshalb keine Zahl der Grundsicherungsempfänger. Sie machen aber sichtbar, dass eine neu bewilligte EM-Rente für fast jeden zweiten Betroffenen aus eigener Kraft unter 1.050 Euro im Monat blieb.