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Rentenkasse rutscht 3,9 Milliarden Euro ins Minus – trotz höherer Beiträge

Petrolfarbene und graue Blöcke umrahmen eine große dunkelrote Lücke als Symbol für das Defizit der Rentenkasse.
2025 zahlte die Rentenversicherung 379,4 Milliarden Euro für Renten aus – die Gesamtausgaben überstiegen die Einnahmen um 3,91 Milliarden Euro.

Die gesetzliche Rentenversicherung schloss 2025 mit einem Minus von 3,91 Milliarden Euro ab. Ein Jahr zuvor fehlten lediglich 775 Millionen Euro. Das Defizit hat sich damit mehr als verfünffacht, obwohl die Beitragseinnahmen um 15,6 Milliarden Euro stiegen. Der entscheidende Sprung lag auf der Ausgabenseite.

Ausgaben wachsen schneller

Nach den neuen Rechnungsergebnissen der Deutschen Rentenversicherung flossen 2025 insgesamt 422,59 Milliarden Euro in das System. Dem standen Ausgaben von 426,50 Milliarden Euro gegenüber.

Beide Seiten legten kräftig zu. Die Einnahmen wuchsen gegenüber 2024 um 20,59 Milliarden Euro, die Ausgaben jedoch um 23,73 Milliarden Euro. Genau diese Differenz vergrößerte das Jahresminus um weitere 3,14 Milliarden Euro.

Kennzahl20242025Veränderung
Einnahmen gesamt401,99 Mrd. €422,59 Mrd. €+20,59 Mrd. €
Ausgaben gesamt402,77 Mrd. €426,50 Mrd. €+23,73 Mrd. €
Jahresergebnis−0,77 Mrd. €−3,91 Mrd. €−3,14 Mrd. €

Renten treiben den Anstieg

Mit Abstand größter Posten waren die Rentenzahlungen. Sie stiegen binnen eines Jahres von 360,14 auf 379,44 Milliarden Euro. Das Plus von 19,29 Milliarden Euro entspricht 5,4 Prozent und erklärt gut vier Fünftel des gesamten Ausgabenanstiegs.

Dahinter stehen sowohl höhere Renten als auch mehr Zahlfälle. Zum 1. Juli 2025 wurden die Renten um 3,74 Prozent angehoben. Am Jahresende zahlte die Rentenversicherung nach ihrer aktuellen Statistik 26,208 Millionen Renten. Ende 2024 waren es 26,09 Millionen gewesen.

Zusätzlich erhöhten sich die Zuschüsse zur Krankenversicherung der Rentner um 3,52 Milliarden Euro auf 32,20 Milliarden Euro. Für Rehabilitation wurden 8,67 Milliarden Euro aufgewendet, rund 531 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Verwaltungs- und Verfahrenskosten stiegen um 330 Millionen Euro auf 5,65 Milliarden Euro.

Beiträge reichen nicht allein

Auf der Einnahmenseite lieferten Versicherte und Arbeitgeber ebenfalls deutlich mehr Geld. Die Beitragseinnahmen nahmen um 5,1 Prozent auf 321,55 Milliarden Euro zu. Der allgemeine Bundeszuschuss einschließlich des Defizitausgleichs für die knappschaftliche Rentenversicherung und der zusätzliche Bundeszuschuss summierten sich auf 97,84 Milliarden Euro. Das waren 5,19 Milliarden Euro mehr als 2024.

Das Minus bedeutet dennoch nicht, dass Rentenzahlungen gefährdet wären. Ende 2025 verfügte die allgemeine Rentenversicherung über eine Nachhaltigkeitsrücklage von 41,30 Milliarden Euro. Das entsprach 1,38 Monatsausgaben. Bis Juni 2026 sank sie im üblichen unterjährigen Verlauf auf 36,47 Milliarden Euro oder 1,16 Monatsausgaben.

26,2 Millionen Renten sind nicht 26,2 Millionen Rentner

Die Zahl der Renten darf nicht mit der Zahl der Empfänger gleichgesetzt werden. Zum 1. Juli 2025 registrierte die DRV 21,491 Millionen Rentner ohne Waisenrenten. Eine Person kann mehrere gesetzliche Renten beziehen, etwa eine eigene Altersrente und zusätzlich eine Witwen- oder Witwerrente. Bei der Höhe der Witwenrente kann eigenes Einkommen den zweiten Anspruch allerdings mindern.

Genauso wenig lässt sich aus den 379,44 Milliarden Euro eine typische Monatsrente errechnen. Im Gesamtbetrag stecken Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten und Renten wegen Todes. Der persönliche Anspruch richtet sich weiterhin nach Entgeltpunkten, Zugangsfaktor, Rentenartfaktor und aktuellem Rentenwert. Vom Bruttobetrag gehen zudem Kranken- und Pflegebeiträge ab, wie die Rechnung zur Rente brutto und netto zeigt.

Für 2026 bleibt der Beitragssatz zunächst bei 18,6 Prozent. Ob Beschäftigte und Arbeitgeber ab 2027 oder 2028 mehr zahlen müssen, entscheidet nicht das Defizit von 2025 allein. Maßgeblich werden die kommende Finanzschätzung und die angekündigten Gesetzentwürfe zur Rentenreform.