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Rente reicht nicht: Über 770.000 Rentner brauchen Sozialhilfe

Ältere Frau sitzt nachdenklich an einem Tisch mit Münzen, Geldbörse und Unterlagen zur finanziellen Situation im Alter.

Die gesetzliche Rente allein reicht für immer mehr Menschen in Deutschland nicht aus. Wer im Alter seinen Lebensunterhalt trotz Rente nicht mehr selbst bestreiten kann, kann Anspruch auf Grundsicherung im Alter haben – eine Leistung der Sozialhilfe nach dem SGB XII. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bezogen im März 2026 bereits 771.275 Rentner diese Unterstützung.

Durchschnittlicher Bedarf: 1.026 Euro im Monat

Wie groß die Lücke zwischen Rente und tatsächlichem Bedarf bei vielen Betroffenen ist, zeigen die Destatis-Daten im Detail: Im März 2026 lag der durchschnittliche monatliche Bruttobedarf von Rentnern in der Grundsicherung bei 1.026 Euro. Er setzt sich aus dem Regelbedarf, den anerkannten Kosten für Unterkunft und Heizung sowie möglichen Mehrbedarfen zusammen. Allein für Miete und Heizung wurden durchschnittlich 446 Euro berücksichtigt.

Diesem Bedarf stand ein durchschnittlich angerechnetes Einkommen von 351 Euro gegenüber. Nach dessen Anrechnung zahlten die Sozialämter im Durchschnitt 675 Euro Grundsicherung pro Monat.

48 Prozent Rentenniveau – warum viele diese Zahl falsch verstehen

Wann die Rente nicht mehr zum Leben reicht

Grundsicherung im Alter ist die letzte Absicherung des Sozialstaats. Anspruch hat, wer die gesetzliche Altersgrenze erreicht hat und seinen notwendigen Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen bestreiten kann.

Das Sozialamt prüft dafür zunächst, welche Einkünfte vorhanden sind. Neben der gesetzlichen Rente zählen dazu etwa Betriebsrenten, private Renten oder andere regelmäßige Einnahmen. Reicht das Einkommen insgesamt nicht aus, schließt die Grundsicherung die Lücke bis zum individuellen Bedarf. Wie hoch der Anspruch im Einzelfall ausfällt, hängt vor allem von den Wohnkosten, möglichen Mehrbedarfen und dem vorhandenen Einkommen ab.

Viele Berechtigte stellen trotzdem keinen Antrag

So hoch die offiziellen Empfängerzahlen auch sind: Nach Einschätzung vieler Fachleute bilden sie nur einen Teil der tatsächlichen Altersarmut ab. Studien gehen seit Jahren davon aus, dass zahlreiche Rentner trotz bestehendem Anspruch gar keine Grundsicherung beantragen.

Als Gründe werden meist Scham oder fehlende Informationen genannt. Wer dauerhaft mit einer niedrigen Rente auskommen muss, sollte deshalb prüfen lassen, ob ein Anspruch besteht – die Sozialämter beraten dazu und nehmen die Anträge entgegen.

Altersarmut bleibt eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen

771.275 Rentner, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind – diese Zahl zeigt, wie groß das Problem inzwischen ist. Die Grundsicherung ist für Hunderttausende ältere Menschen inzwischen unverzichtbar. Für viele Betroffene ist es bitter: Trotz jahrzehntelanger Beitragszahlungen reicht die gesetzliche Rente am Ende nicht aus, um den Lebensunterhalt zu sichern.