Die Mütterrente III wird 2027 wirksam, auf dem Konto landet das zusätzliche Geld bei vielen Bestandsrentnern aber erst 2028. Genau dadurch entsteht eine größere Nachzahlung. Deren Untergrenze lässt sich inzwischen beziffern: Bei einer Altersrente und dem vollen zusätzlichen halben Entgeltpunkt laufen für 2027 mindestens 255,12 Euro brutto je vor 1992 geborenem Kind auf.
Mehr kann es durchaus werden. Wie hoch die Nachzahlung am Ende tatsächlich ausfällt, hängt von der Rentenanpassung zum 1. Juli 2027 ab. Unter die 255,12 Euro kann der Jahresbetrag bei unveränderten Voraussetzungen jedoch nicht fallen. Dafür sorgt der aktuelle Rentenwert zusammen mit der gesetzlichen Rentengarantie.
21,26 Euro kommen jeden Monat hinzu
Mit der Mütterrente III werden die Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder weiter angehoben. Statt bislang bis zu 30 Monaten können künftig bis zu 36 Monate berücksichtigt werden. Wer den vollen zusätzlichen Anspruch erhält, bekommt damit einen halben Entgeltpunkt mehr.
Beim seit Juli 2026 geltenden Rentenwert von 42,52 Euro entspricht das 21,26 Euro zusätzlicher Bruttorente im Monat. Für Januar bis Juni 2027 stehen damit bereits 127,56 Euro fest.
Ab Juli kommt ein neuer Rentenwert ins Spiel. Genau an diesem Punkt wird aus einer einfachen Hochrechnung eine belastbare Untergrenze. Selbst wenn die Renten zum 1. Juli 2027 überhaupt nicht steigen würden, dürfte der Rentenwert wegen der gesetzlichen Schutzklausel nicht unter die heutigen 42,52 Euro sinken.
Auch für die zweite Jahreshälfte kämen dann mindestens sechsmal 21,26 Euro hinzu. Insgesamt ergeben sich so 255,12 Euro für das gesamte Jahr 2027.
Bei zwei Kindern wären es mindestens 510,24 Euro brutto, bei drei Kindern 765,36 Euro. Entscheidend ist dabei der volle zusätzliche Anspruch von jeweils einem halben Entgeltpunkt. Fällt dieser geringer aus, reduziert sich entsprechend auch die Nachzahlung.
Eine Rentenerhöhung macht die Nachzahlung größer
Bei 255,12 Euro muss es allerdings nicht bleiben. Steigt der Rentenwert zum 1. Juli 2027, wird auch der zusätzliche halbe Entgeltpunkt ab diesem Zeitpunkt mehr wert.
Die Deutsche Rentenversicherung kalkuliert in ihrer bisherigen Finanzschätzung für 2027 mit einer Rentenanpassung von 4,4 Prozent. Würde diese Prognose exakt eintreten, läge der Rentenwert ab Juli rechnerisch bei rund 44,39 Euro.
Für die ersten sechs Monate bliebe es bei 127,56 Euro. Von Juli bis Dezember kämen dann rund 133,17 Euro hinzu. Die Nachzahlung für das gesamte Jahr 2027 würde damit auf ungefähr 260,73 Euro brutto je Kind steigen.
Noch ist das lediglich eine Modellrechnung. Wie stark die Renten im Juli 2027 tatsächlich steigen, steht erst fest, wenn die maßgeblichen Lohn- und Rechengrößen vorliegen. Genau deshalb lässt sich heute eine Untergrenze nennen, aber noch kein endgültiger Auszahlungsbetrag.
Die Verzögerung macht aus Monatsbeträgen eine größere Summe
Normalerweise würde ein zusätzlicher Rentenanspruch Monat für Monat mit der laufenden Rente ausgezahlt. Bei der Mütterrente III läuft es für viele Bestandsrentner anders.
Die Neuregelung gilt zwar ab dem 1. Januar 2027. Wegen des technischen Aufwands bei der Deutschen Rentenversicherung beginnt die Auszahlung der Mütterrente III für viele laufende Renten jedoch erst 2028.
Verloren gehen die Monate dazwischen nicht. Die für 2027 entstandenen Ansprüche werden rückwirkend berücksichtigt. Aus den monatlich mindestens 21,26 Euro wird deshalb eine Nachzahlung für das gesamte Jahr.
Anders sieht es bei Menschen aus, die erst ab Januar 2028 neu in Rente gehen. Dort können die zusätzlichen Kindererziehungszeiten unmittelbar in die Rentenberechnung einfließen. Eine vergleichbare Nachzahlung für das Jahr 2027 entsteht dann nicht.
Die Mütterrente selbst bleibt dabei keine eigenständige Rentenart. Sie erhöht die gesetzliche Rente über zusätzliche Kindererziehungszeiten beziehungsweise entsprechende Zuschläge.
Für Bestandsrentner mit vollem Anspruch lässt sich die Größenordnung dennoch schon jetzt klar festhalten: Pro Kind baut sich 2027 mindestens ein Bruttoanspruch von 255,12 Euro auf. Steigt der Rentenwert im Juli, wird daraus automatisch mehr.