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Neue Altersrenten ins Ausland liegen 877 Euro unter dem Inlandsschnitt

2025 gingen 25.178 neu bewilligte gesetzliche Altersrenten an Empfänger mit Zahlungs- oder Wohnsitz im Ausland. Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag lag bei nur 343,42 Euro im Monat. Bei neuen Altersrenten mit Zahlung im Inland waren es 1.220,35 Euro. Der Abstand beträgt damit 876,93 Euro. Das sieht nach einem massiven Auslandsabschlag aus. Genau das ist es aber nicht.

Drei Viertel der neuen Auslandsrenten gehen in die EU

Die Zahlen stammen aus dem neuen Statistikband Rente 2025 der Deutschen Rentenversicherung. Er erfasst beim Rentenzugang 900.679 neue Altersrenten mit Zahlung im Inland und 25.178 mit Zahlung ins Ausland. Von den Auslandsfällen entfielen 18.872 auf Staaten der Europäischen Gemeinschaft. Das sind knapp 75 Prozent.

Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den Zielländern. Italien steht mit 4.350 neuen Altersrenten an der Spitze, der durchschnittliche deutsche Zahlbetrag lag dort allerdings nur bei 207,74 Euro. In Frankreich waren es bei 3.867 neuen Altersrenten durchschnittlich 585,87 Euro. Auch die Türkei fällt mit 1.270 neuen Altersrenten und durchschnittlich 281,81 Euro deutlich ins Gewicht. Außerhalb Europas gingen unter anderem 975 neue Altersrenten nach Israel und 912 in die USA. Die Tabelle zeigt zugleich, wie wenig sich aus dem Wohnsitzland allein über die gesamte Altersversorgung ableiten lässt.

Zahlungs-/WohnsitzlandNeue Altersrenten 2025Ø Rentenzahlbetrag
Ausland insgesamt25.178343,42 €
Italien4.350207,74 €
Frankreich3.867585,87 €
Polen2.007175,30 €
Österreich1.939431,37 €
Niederlande1.599366,47 €
Türkei1.270281,81 €
Schweiz1.025455,14 €
Israel975195,16 €
Griechenland912236,24 €
USA912449,92 €
Spanien826397,16 €
Großbritannien626313,38 €
Belgien492487,43 €
Kroatien441168,37 €
Portugal413345,07 €
Ungarn400253,82 €
Tschechische Republik347268,59 €
Kanada325443,84 €
Bosnien und Herzegowina263134,77 €
Dänemark218437,77 €
Schweden218401,26 €
Australien207332,44 €
Bulgarien196169,15 €
Rumänien133191,70 €
Serbien112182,19 €
Norwegen110451,43 €
Slowakei108124,04 €
Irland104286,30 €
Kosovo71109,58 €
Russland18536,23 €
Marokko9266,80 €
Thailand28796,37 €
Philippinen28690,57 €
Japan27560,93 €
China10368,05 €
Ukraine11.109,23 €

Wichtig ist dabei die Bezeichnung der Tabelle: Sie unterscheidet nach Zahlungs- beziehungsweise Wohnsitzland. Die Zahlen sagen deshalb nicht, welche Staatsangehörigkeit die Rentner haben. Sie zeigen auch nicht das gesamte Alterseinkommen der Betroffenen.

343 Euro sind nicht automatisch die gesamte Altersversorgung

Ein wesentlicher Grund für niedrige deutsche Zahlbeträge können internationale Versicherungsbiografien sein. Die Statistik selbst weist den individuellen Grund für die niedrigen Beträge allerdings nicht aus. Wer beispielsweise einen Teil seines Berufslebens in Deutschland und einen anderen Teil in Italien, Frankreich oder Österreich gearbeitet hat, kann Ansprüche in mehreren Staaten erwerben. Die Deutsche Rentenversicherung erklärt für solche Fälle: Versicherungszeiten können für die Anspruchsprüfung zusammengerechnet werden, grundsätzlich zahlt aber jeder Staat seine eigene Rente.

Ein deutscher Zahlbetrag von 343 Euro bedeutet deshalb keineswegs, dass der Betroffene insgesamt nur 343 Euro Altersversorgung erhält. Daneben kann eine italienische, französische, polnische oder andere ausländische Rente stehen. Auch Betriebsrenten oder private Alterseinkünfte tauchen in dieser Statistik nicht auf.

Das ist zugleich der Grund, warum der Vergleich mit den 1.220,35 Euro im Inland nicht als Beleg dafür taugt, dass ein Umzug ins Ausland die deutsche Rente pauschal um mehr als 70 Prozent kürzt. Die beiden Gruppen haben sehr unterschiedliche Versicherungsverläufe.

Auslandszeiten können trotzdem entscheidend sein

Für den Rentenanspruch können Zeiten aus verschiedenen Staaten trotzdem zusammengezählt werden. Gerade bei den Mindestversicherungszeiten kann das den Unterschied zwischen Anspruch und Ablehnung ausmachen. Welche Monate bei fünf, 35 oder 45 Jahren berücksichtigt werden, erklärt renten.net unter Wartezeit bei der Rente.

Die Rentenhöhe folgt einer anderen Logik. Für die deutsche Teilrente zählen im Kern die in Deutschland erworbenen Ansprüche. Wie versichertes Einkommen in Entgeltpunkte und daraus in eine monatliche Bruttorente übersetzt wird, zeigt die Seite Rentenpunkte berechnen.

Bei einem dauerhaften Wohnsitz außerhalb von EU, EWR und Schweiz können zusätzlich Sonderregeln relevant werden. Die Rentenversicherung weist darauf hin, dass bestimmte Rentenanteile in einzelnen Konstellationen nicht in jedes Drittland exportiert werden. Vor einem dauerhaften Umzug sollte deshalb nicht vom bisherigen deutschen Zahlbetrag auf die spätere Auslandszahlung geschlossen werden.

Italien ist bei neuen Altersrenten das größte Zielland

Die Statistik macht sichtbar, wie viele neue deutsche Altersrentenzahlungen über die Grenze gehen. Allein Italien, Frankreich, Polen, Österreich und die Niederlande kommen zusammen auf 13.762 Fälle des Jahres 2025. Aus dem niedrigen Auslandsdurchschnitt lässt sich aber nicht ableiten, dass der Wohnsitzwechsel die Rente pauschal kürzt. Dafür muss der individuelle Versicherungsverlauf geprüft werden.