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Männer starten später in Rente und haben 14 Beitragsmonate weniger

Männer beginnen ihre Altersrente heute deutlich später als vor zehn Jahren. Trotzdem bringen sie im Durchschnitt weniger vollwertige Beitragszeit mit. Das Rentenalter stieg zwischen 2015 und 2025 um neun Monate, während die Zahl der vollen Beitragsmonate um fast 14 sank. Frauen entwickelten sich in derselben Zeit in die entgegengesetzte Richtung und schlossen fast fünf Jahre des früheren Abstands.

Neun Monate später, 14 Monate weniger

Im Jahr 2015 starteten Männer durchschnittlich mit 63,90 Jahren in die Altersrente. 2025 lag das Zugangsalter bei 64,65 Jahren. Grundlage sind die Tabellen zum Rentenzugang in den Statistikbänden Rente 2015 und Rente 2025 der Deutschen Rentenversicherung.

Die später begonnene Rente ging nicht mit mehr Beitragszeit einher. Bei neuen Altersrenten der Männer sanken die vollwertigen Beitragszeiten von durchschnittlich 444,73 auf 431,01 Monate. Das sind 13,72 Monate weniger. Umgerechnet fiel der Wert von rund 37,1 auf 35,9 Jahre.

Kennzahl bei neuen AltersrentenMänner 2015Männer 2025Veränderung
Durchschnittsalter bei Rentenbeginn63,90 Jahre64,65 Jahre+9 Monate
Vollwertige Beitragszeiten444,73 Monate431,01 Monate−13,72 Monate
Rentenrechtliche Zeiten insgesamt504,43 Monate497,91 Monate−6,52 Monate

Auch die Rentenarten verschieben sich

Ein Teil des höheren Durchschnittsalters erklärt sich durch den veränderten Mix der Altersrenten. 2015 entfielen bei Männern 38,3 Prozent der statistisch erfassten Zugänge auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. 2025 waren es noch 32,4 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Altersrente für langjährig Versicherte von 15,4 auf 22,2 Prozent.

Beide Rentenarten klingen ähnlich, folgen aber unterschiedlichen Altersgrenzen. Die Variante nach 45 Versicherungsjahren beginnt abschlagsfrei später, die Variante nach 35 Jahren kann früher mit Abschlag starten. Zudem wurden die Altersgrenzen im Vergleichszeitraum angehoben. Das höhere Durchschnittsalter ist daher nicht einfach der Beleg, dass Männer freiwillig länger arbeiten. Es spiegelt auch gesetzliche Übergänge und die Verschiebung innerhalb der Rente mit 63.

Später heißt nicht länger eingezahlt

Das höhere Zugangsalter darf nicht mit einer längeren Versicherungsbiografie verwechselt werden. Die DRV weist vollwertige und beitragsgeminderte Beitragszeiten getrennt aus. Zusammengerechnet kamen männliche Neurentner 2015 auf 480,15 Beitragsmonate. Zehn Jahre später waren es noch 465,74 Monate. Der Rückgang beträgt damit gut 14 Monate.

Gleichzeitig stiegen die beitragsfreien Zeiten von 24,09 auf 31,97 Monate. Dadurch verringerte sich die gesamte rentenrechtliche Zeit weniger stark als die Beitragszeit. Ob ein Monat für die Wartezeit der Rente zählt und wie er die Rentenhöhe beeinflusst, sind allerdings zwei verschiedene Fragen. Je nach Wartezeit können auch Kindererziehung, Pflege oder andere anrechenbare Zeiten zählen, ohne einer voll bezahlten Beschäftigung zu entsprechen.

Frauen schließen fast fünf Jahre der Lücke

Bei Frauen zeigt die Statistik die Gegenbewegung. Ihre vollwertigen Beitragszeiten stiegen von 339,94 Monaten im Jahr 2015 auf 385,83 Monate im Jahr 2025. Das Plus beträgt 45,89 Monate oder knapp drei Jahre und zehn Monate. Die gesamten rentenrechtlichen Zeiten legten um weitere 41,09 Monate zu.

Damit schrumpfte der Abstand zu den Männern bei den vollwertigen Beitragszeiten drastisch. 2015 lagen 104,79 Monate zwischen beiden Gruppen, 2025 waren es noch 45,18 Monate. Innerhalb eines Jahrzehnts schlossen Frauen somit 59,61 Monate der Lücke – fast fünf Jahre. Beim durchschnittlichen Rentenbeginn lagen beide Geschlechter 2025 mit 64,65 und 64,71 Jahren praktisch gleichauf.

Kein pauschaler Euroverlust

Die Entwicklung belegt keinen persönlichen Verlust von 14 Monaten. Verglichen werden die Rentenzugänge zweier verschiedener Jahre. Zusammensetzung, Erwerbsverläufe und genutzte Rentenarten haben sich verändert. Zudem beruhen das Zugangsalter und die Beitragszeiten auf zwei unterschiedlich abgegrenzten DRV-Tabellen. Der Trend ist belastbar, die Werte dürfen aber nicht zu einer individuellen Verlaufsgeschichte verbunden werden.

Auch die finanzielle Wirkung lässt sich nicht allein aus der Monatszahl berechnen. Für die Rentenpunkte zählt neben der Dauer vor allem die Höhe des versicherten Einkommens. Der durchschnittliche Zahlbetrag neuer Altersrenten der Männer stieg nominal sogar von 1.005,53 auf 1.383,28 Euro. Weniger Beitragsmonate bedeuten deshalb nicht automatisch eine niedrigere Durchschnittsrente.

Der Befund bleibt dennoch brisant: Ein späterer Rentenbeginn füllt fehlende Beitragsmonate nicht automatisch auf. Gerade für Männer im rentennahen Alter lohnt sich deshalb der Blick in den Versicherungsverlauf. Entscheidend ist nicht nur, bis zu welchem Alter gearbeitet wird, sondern welche Monate tatsächlich als Beitragszeit gespeichert sind.