Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Deutschland die neue Rentenerhöhung. Die gesetzlichen Renten steigen um 4,24 Prozent. Damit ist die Anpassung nicht mehr nur angekündigt, sondern offiziell in Kraft. Grundlage ist die Rentenwertbestimmungsverordnung 2026, die am 18. Juni 2026 verkündet wurde und seit dem 1. Juli gilt.
Der aktuelle Rentenwert steigt dadurch von 40,79 Euro auf 42,52 Euro. Dieser Wert ist entscheidend, weil er den Monatswert eines Entgeltpunkts in der gesetzlichen Rentenversicherung bestimmt. Wer im Laufe seines Erwerbslebens Entgeltpunkte gesammelt hat, erhält ab Juli für jeden Rentenpunkt einen höheren Betrag.
Für Rentner klingt das zunächst einfach: 4,24 Prozent mehr Rente. Auf dem Konto kommt das Plus aber nicht bei allen sofort Anfang Juli an. Der Auszahlungstermin hängt davon ab, seit wann die Rente bezogen wird.
Wie hoch die Rentenerhöhung ausfällt
Die Rentenerhöhung beträgt 4,24 Prozent brutto. Eine Monatsrente von bisher 1.000 Euro steigt damit rechnerisch um 42,40 Euro. Bei 1.500 Euro Monatsrente ergibt sich ein Plus von 63,60 Euro. Bei 2.000 Euro sind es 84,80 Euro mehr.
| Bisherige Monatsrente | Plus durch 4,24 Prozent | Neue Monatsrente brutto |
|---|---|---|
| 800 Euro | 33,92 Euro | 833,92 Euro |
| 1.000 Euro | 42,40 Euro | 1.042,40 Euro |
| 1.200 Euro | 50,88 Euro | 1.250,88 Euro |
| 1.500 Euro | 63,60 Euro | 1.563,60 Euro |
| 1.800 Euro | 76,32 Euro | 1.876,32 Euro |
| 2.000 Euro | 84,80 Euro | 2.084,80 Euro |
Die Beträge sind Bruttowerte. Bei gesetzlich kranken- und pflegeversicherten Rentnern steigen mit der höheren Rente auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Außerdem kann die Rentenerhöhung in Einzelfällen steuerliche Folgen haben. Das ändert aber nichts daran, dass die Rentenanpassung zum 1. Juli rechtlich wirksam ist.
Die Beträge sind Bruttowerte. Auf dem Konto kommt das Plus nicht immer in voller Höhe an, weil mit der höheren Rente auch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung steigen können. Warum von der Rentenerhöhung netto weniger übrig bleibt, erklären wir ausführlich unter Rentenerhöhung ab Juli: Wo vom Plus wirklich etwas übrig bleibt
Standardrente steigt um 77,85 Euro
Besonders häufig wird die sogenannte Standardrente als Beispiel genannt. Gemeint ist eine Rente mit 45 Entgeltpunkten. Das entspricht einem Erwerbsleben mit 45 Jahren Durchschnittsverdienst.
Vor der Anpassung ergaben 45 Entgeltpunkte bei einem Rentenwert von 40,79 Euro eine Monatsrente von 1.835,55 Euro brutto. Seit dem 1. Juli 2026 ergeben dieselben 45 Entgeltpunkte bei einem Rentenwert von 42,52 Euro eine Monatsrente von 1.913,40 Euro brutto. Das Plus liegt damit bei 77,85 Euro im Monat.
Rente: Warum die Standardrente für viele nur eine Illusion bleibt
Auszahlung kommt nicht bei allen gleichzeitig
Viele Rentner erwarten die höhere Rente direkt zum Monatsanfang. Das ist aber nicht der übliche Zahlungsweg. Die gesetzliche Rente wird entweder vorschüssig oder nachschüssig gezahlt.
Entscheidend ist der Rentenbeginn:
| Rentenbeginn | Zahlungsweise | Erste erhöhte Juli-Rente |
| bis einschließlich 31. März 2004 | vorschüssig | 30. Juni 2026 |
| ab April 2004 | nachschüssig | 31. Juli 2026 |
Wer seine Rente bereits bis einschließlich März 2004 bezogen hat, erhält sie vorschüssig. Die Juli-Rente wird dann schon am Ende des Vormonats ausgezahlt. In diesen Fällen war das höhere Geld grundsätzlich bereits zum 30. Juni 2026 auf dem Weg.
Wer seine Rente dagegen ab April 2004 begonnen hat, erhält sie nachschüssig. Dann wird die Rente für Juli erst am Monatsende gezahlt. Für diese Rentner wird die Rentenerhöhung erstmals zum 31. Juli 2026 auf dem Konto sichtbar.
Der letzte Bankarbeitstag ist entscheidend
Die Deutsche Rentenversicherung zahlt Renten am letzten Bankarbeitstag des jeweiligen Monats aus. Für die Juli-Rente 2026 bedeutet das:
| Rentenbeginn | Zahlungsweise | Erste erhöhte Zahlung |
|---|---|---|
| bis einschließlich März 2004 | vorschüssig | 30. Juni 2026 |
| ab April 2004 | nachschüssig | 31. Juli 2026 |
Darunter würde ich schreiben:
Rentner mit vorschüssiger Zahlung erhalten die erhöhte Juli-Rente also bereits Ende Juni. Die deutlich größere Gruppe der Rentner mit nachschüssiger Zahlung sieht das Plus dagegen erst Ende Juli auf dem Konto.
Warum die Rente 2026 steigt
Die jährliche Rentenanpassung folgt im Kern der Lohnentwicklung. Steigen die Löhne, steigen mit zeitlicher Verzögerung auch die Renten. Zusätzlich spielt das gesetzlich abgesicherte Rentenniveau eine Rolle. Für 2026 wird der aktuelle Rentenwert so festgesetzt, dass das Mindestsicherungsniveau von 48 Prozent eingehalten wird.
Seit dem 1. Juli 2023 gibt es in Deutschland nur noch einen bundeseinheitlichen Rentenwert. Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern bestehen bei der Rentenanpassung deshalb nicht mehr.
Was Rentner jetzt prüfen sollten
Rentner sollten die neue Rentenanpassungsmitteilung nicht einfach abheften. Wichtig sind vor allem drei Punkte:
- Stimmt die bisherige Rente mit dem alten Betrag überein?
- Wurde die Erhöhung um 4,24 Prozent korrekt berücksichtigt?
- Erklärt die Mitteilung nachvollziehbar, welche Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung einbehalten werden?
Bei größeren Abweichungen sollte die Mitteilung geprüft werden. Das gilt besonders, wenn sich neben der Rentenerhöhung auch Krankenversicherungsbeiträge, Pflegeversicherungsbeiträge oder andere Abzüge verändert haben.
Die höhere Rente gilt ab Juli 2026. Auf dem Konto erscheint sie aber je nach Zahlungsweise entweder bereits Ende Juni oder erst Ende Juli.