Die Rentenhöhe lässt sich nicht allein aus deinem letzten Gehalt oder der Zahl deiner Arbeitsjahre ableiten. Entscheidend sind die Entgeltpunkte aus deinem gesamten Versicherungsleben, der Rentenbeginn, die Rentenart und der dann geltende Rentenwert.
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Die beste persönliche Ausgangszahl steht in deiner Renteninformation oder Rentenauskunft. Dort werden allerdings mehrere Beträge genannt, die leicht verwechselt werden. Die Hochrechnung bezieht sich auf die Regelaltersrente, setzt künftige Beiträge voraus und zeigt eine Bruttorente. Seit dem 1. Juli 2026 ist ein Entgeltpunkt monatlich 42,52 Euro Bruttorente wert.
Welche Zahl du schon kennst
| Deine Ausgangslage | Was sich damit sagen lässt | Passende Prüfung |
|---|---|---|
| Du kennst nur dein heutiges Bruttogehalt | Damit lässt sich der Rentenzuwachs eines Jahres schätzen, aber nicht deine gesamte spätere Rente. | Rentenpunkte aus dem Einkommen berechnen |
| Du kennst deine gesamten Entgeltpunkte | Damit kannst du den heutigen Bruttowert deiner bisher erworbenen Altersrente berechnen. | Rentenformel auf dieser Seite |
| Du hast eine aktuelle Renteninformation | Sie zeigt den bisher erworbenen Anspruch und eine Hochrechnung bis zur Regelaltersgrenze. | Annahmen der Hochrechnung prüfen |
| Du willst vorzeitig in Rente | Die Hochrechnung für die Regelaltersrente ist nicht dein voraussichtlicher Zahlbetrag. Abschläge und fehlende künftige Beiträge können die Rente senken. | Rentenabschläge berechnen |
| Du willst wissen, was auf dem Konto ankommt | Von der Bruttorente können Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Einkommensteuer abgehen. | Krankenversicherung und Abzüge prüfen |
Die folgenden Berechnungen beziehen sich auf die gesetzliche Altersrente. Die Übersicht der Rententhemen führt zu den anderen Rentenarten. Bei einer Rente wegen eingeschränkter Erwerbsfähigkeit kommen insbesondere Zurechnungszeit und Rentenart hinzu. Diese Berechnung behandelt die Seite zur Höhe der Erwerbsminderungsrente.
Die Rentenformel
Die monatliche Bruttorente wird mit vier Größen berechnet:
Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × aktueller Rentenwert × Rentenartfaktor = monatliche Bruttorente
Entgeltpunkte
Entgeltpunkte, umgangssprachlich Rentenpunkte, bilden deine versicherten Einkommen und weitere anrechenbare Zeiten ab. Verdienst du in einem Jahr genau das Durchschnittsentgelt aller Versicherten, entsteht ungefähr ein Entgeltpunkt. Niedrigeres oder höheres Einkommen führt entsprechend zu weniger oder mehr Punkten.
Für 2026 beträgt das vorläufige Durchschnittsentgelt 51.944 Euro. Die genaue Umrechnung von Einkommen, Kindererziehung, Pflege und weiteren Zeiten gehört auf die Seite Rentenpunkte berechnen. Eine persönliche Schätzung ermöglicht der Rentenpunkte-Rechner.
Zugangsfaktor
Bei einer Altersrente zum vorgesehenen abschlagsfreien Termin beträgt der Zugangsfaktor regelmäßig 1,0. Beginnt eine dafür geeignete Altersrente früher, sinkt er für jeden vorgezogenen Monat um 0,003. Das entspricht einem Abschlag von 0,3 Prozent pro Monat.
Schiebst du die Regelaltersrente über die Regelaltersgrenze hinaus auf, steigt der Zugangsfaktor für jeden Monat ohne Rentenbezug um 0,005. Ein Jahr späterer Beginn erhöht den bis dahin erworbenen Anspruch damit um 6 Prozent. Zahlst du währenddessen weiter Beiträge, kommen zusätzliche Entgeltpunkte hinzu.
Nicht jede Altersrente lässt sich beliebig vorziehen. Welche Altersgrenze für dich gilt, hängt von Geburtsjahr, Rentenart und Wartezeit ab. Den Termin ordnet die Seite zum Rentenbeginn ein.
Aktueller Rentenwert
Der aktuelle Rentenwert bestimmt, wie viel ein Entgeltpunkt monatlich wert ist. Seit dem 1. Juli 2026 beträgt er bundesweit 42,52 Euro. Er wird regelmäßig angepasst und kann sich deshalb bis zu deinem späteren Rentenbeginn verändern.
Eine Renteninformation aus dem ersten Halbjahr 2026 kann noch mit dem damals geltenden Rentenwert von 40,79 Euro gerechnet sein. Für eine Überschlagsrechnung ab Juli 2026 ist der neue Wert maßgeblich. Die Zahl deiner gespeicherten Entgeltpunkte ist deshalb oft die bessere Grundlage, um einen älteren Betrag zu aktualisieren.
Rentenartfaktor
Für eine Altersrente beträgt der Rentenartfaktor 1,0. Bei anderen Rentenarten kann er abweichen. Deshalb lässt sich etwa eine teilweise Erwerbsminderungsrente oder Witwenrente nicht mit derselben vereinfachten Rechnung bestimmen.
Beispiel mit 40 Entgeltpunkten
Die folgende Rechnung zeigt nur, wie sich ein früherer oder späterer Beginn auf bereits vorhandene 40 Entgeltpunkte auswirkt. Grundlage ist der Rentenwert von 42,52 Euro seit Juli 2026.
| Rentenbeginn | Zugangsfaktor | Rechnung | Monatliche Bruttorente |
|---|---|---|---|
| Zum abschlagsfreien Termin | 1,000 | 40 × 1,000 × 42,52 Euro | 1.700,80 Euro |
| 24 Monate früher | 0,928 | 40 × 0,928 × 42,52 Euro | 1.578,34 Euro |
| 12 Monate nach der Regelaltersgrenze | 1,060 | 40 × 1,060 × 42,52 Euro | 1.802,85 Euro |
Bei einem vorzeitigen Beginn kann die tatsächliche Differenz größer sein. Wer früher aufhört zu arbeiten, sammelt möglicherweise auch weniger Entgeltpunkte. Bei einem späteren Beginn kann die Rente dagegen stärker steigen, wenn während der zusätzlichen Arbeitszeit weiter Beiträge gezahlt werden.
Alle Beträge in der Tabelle sind Bruttowerte. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie eine mögliche Einkommensteuer sind noch nicht abgezogen.
Was die Renteninformation zeigt
Die Renteninformation enthält nicht nur eine einzige Prognose. Für die Planung sind vor allem drei Angaben wichtig:
| Angabe | Was sie bedeutet | Was du nicht daraus ablesen kannst |
|---|---|---|
| Bisher erworbener Anspruch | Bruttowert der bereits gespeicherten Rentenanwartschaften nach dem Rentenwert zum Zeitpunkt der Berechnung | Wie hoch die Rente nach weiteren Arbeitsjahren sein wird |
| Hochgerechnete Regelaltersrente | Prognose bis zur Regelaltersgrenze, wenn du im Schnitt weiter ähnlich viele Entgeltpunkte wie in den letzten fünf Kalenderjahren erreichst | Rente bei einem früheren Beginn, längerer Teilzeit oder künftigen Beitragslücken |
| Varianten mit Rentenanpassungen | Zusätzliche Modellwerte bei angenommenen jährlichen Rentenanpassungen von 1 oder 2 Prozent | Künftige Kaufkraft und persönlichen Zahlbetrag nach Abzügen |
Bisher erworbener Anspruch
Dieser Betrag zeigt, welchen Bruttowert deine bereits gespeicherten Entgeltpunkte nach dem bei der Berechnung geltenden Rentenwert haben. Er ist keine sofort abrufbare Rente. Der Anspruch wird erst ausgezahlt, wenn eine passende Rentenart beginnt und deren Voraussetzungen erfüllt sind.
Hochrechnung bis zur Regelaltersgrenze
Für die Prognose werden die im Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre erworbenen Entgeltpunkte bis zur Regelaltersgrenze fortgeschrieben. Das kann gut passen, wenn Einkommen und Beschäftigungsumfang stabil bleiben. Bei einem Wechsel in Teilzeit, längeren Lücken, einem deutlich höheren Gehalt oder einem früheren Arbeitsende verliert die Hochrechnung schnell an Aussagekraft.
Auch bei einer geplanten Rente mit 63 darfst du nicht einfach den hochgerechneten Betrag aus der Renteninformation übernehmen. Die Prognose reicht bis zur Regelaltersgrenze. Bei einem früheren Beginn fehlen möglicherweise mehrere Beitragsjahre und zusätzlich wirkt ein dauerhafter Abschlag.
Rentenanpassung und Kaufkraft
Die Renteninformation nennt zunächst eine Hochrechnung ohne künftige Rentenanpassungen. Daneben stehen Modellwerte mit angenommenen jährlichen Anpassungen von 1 und 2 Prozent. Diese Beträge sind keine Zusage.
Ein höherer späterer Eurobetrag bedeutet außerdem nicht automatisch dieselbe Kaufkraft wie heute. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, Steuern und der Kaufkraftverlust sind in diesen Modellbeträgen nicht enthalten.
Warum die Prognose abweichen kann
Eine Rentenhochrechnung kann rechnerisch korrekt sein und trotzdem deutlich vom späteren Bescheid abweichen. Meist liegt das nicht an der Formel, sondern an veränderten Voraussetzungen.
- Dein Einkommen steigt oder sinkt stärker als bisher.
- Du wechselst in Teilzeit oder beendest die Arbeit früher.
- Es entstehen Zeiten ohne rentenversicherungspflichtiges Einkommen.
- Kindererziehung, Pflege, Krankheit oder Arbeitslosigkeit sind noch nicht vollständig im Rentenkonto erfasst.
- Der tatsächliche Rentenbeginn führt zu Zu- oder Abschlägen.
- Der aktuelle Rentenwert wird bis zum Rentenbeginn mehrfach angepasst.
- Gesetzliche Änderungen verändern einzelne Berechnungsregeln.
- Inflation mindert die Kaufkraft des späteren Zahlbetrags.
Besonders kritisch sind Lücken im Versicherungsverlauf. Fehlt eine anrechenbare Zeit, kann das die Entgeltpunkte und zugleich den Zugang zu einer bestimmten Altersrente beeinflussen. Versicherungsjahre und Rentenhöhe erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben. Die Wartezeit bei der Rente entscheidet über den Anspruch, die Entgeltpunkte bestimmen den Geldbetrag.
Was 4.000 Euro brutto 2026 bringen
Ein Monatsgehalt allein beantwortet nicht, wie hoch deine gesamte Rente wird. Es zeigt nur, wie viele Entgeltpunkte in einem bestimmten Jahr entstehen.
Bei 4.000 Euro brutto im Monat ergibt sich für 2026 folgende Überschlagsrechnung:
48.000 Euro Jahreseinkommen ÷ 51.944 Euro Durchschnittsentgelt = rund 0,9241 Entgeltpunkte
Beim Rentenwert von 42,52 Euro entsprechen diese Punkte derzeit rund 39,29 Euro monatlicher Bruttorente. Das ist der Rentenzuwachs aus diesem einen Beitragsjahr, nicht deine gesamte spätere Monatsrente.
Für die Gesamtrente müssen alle Versicherungsjahre und weitere anrechenbare Zeiten zusammengeführt werden. Genau dafür kannst du die gespeicherten Entgeltpunkte aus deiner Renteninformation in den Rentenpunkte-Rechner übernehmen.
Standardrente ist nicht Durchschnittsrente
Die sogenannte Standardrente oder Eckrente ist ein Modellfall. Sie unterstellt 45 Jahre mit jeweils genau einem Entgeltpunkt. Seit Juli 2026 ergeben 45 Entgeltpunkte eine monatliche Bruttorente von 1.913,40 Euro.
Dieser Betrag ist keine deutsche Durchschnittsrente und keine garantierte Rente nach 45 Arbeitsjahren. Wer 45 Jahre lang unter dem Durchschnitt verdient hat, bleibt unter 45 Entgeltpunkten. Wer in weniger Jahren deutlich überdurchschnittlich verdient hat, kann mehr Punkte erreichen.
Auch eine einheitliche maximale Rente gibt es nicht. Begrenzt ist, wie viele Entgeltpunkte aus dem Einkommen eines einzelnen Kalenderjahres entstehen können. 2026 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 101.400 Euro. Daraus entstehen höchstens 1,9521 Entgeltpunkte aus Beschäftigung in diesem Jahr, derzeit rund 83 Euro monatlicher Bruttorente. Der gesamte Rentenanspruch hängt zusätzlich davon ab, über wie viele Jahre Beiträge und weitere bewertete Zeiten zusammenkommen.
Durchschnittswerte sind für die persönliche Planung ebenfalls nur begrenzt brauchbar. Je nach Statistik werden andere Gruppen erfasst, etwa alle Altersrenten, nur langjährig Versicherte, neue Rentenzugänge oder bereits laufende Renten. Deine Entgeltpunkte und dein geplanter Rentenbeginn sind der belastbarere Maßstab.
Bruttorente ist nicht der Zahlbetrag
Die Rentenformel endet bei der Bruttorente. Von ihr können Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden. Ob zusätzlich Einkommensteuer anfällt, hängt unter anderem vom Jahr des Rentenbeginns, der gesamten Jahreseinkünfte und den abziehbaren Aufwendungen ab.
Eine pauschale Umrechnung wie „Bruttorente minus zehn Prozent“ ist deshalb nicht verlässlich. Versicherungsstatus, Krankenkasse, Kinderlosenzuschlag und weitere Einkünfte können den Zahlbetrag verändern. Die Regeln zur Krankenversicherung der Rentner und zu den Sozialabgaben sollten getrennt von der eigentlichen Rentenberechnung geprüft werden.
Renteninformation und Konto prüfen
Ab dem 27. Geburtstag erhältst du grundsätzlich jedes Jahr eine Renteninformation, wenn mindestens fünf Jahre mit Beitragszeiten vorhanden sind. Ab 55 wird sie alle drei Jahre durch eine ausführlichere Rentenauskunft ersetzt. Diese enthält zusätzlich einen Versicherungsverlauf und genauere Angaben zu möglichen Altersrenten.
Du kannst eine Renteninformation, Rentenauskunft oder einen Versicherungsverlauf auch selbst über die Online-Services der Deutschen Rentenversicherung anfordern. Für eine belastbare Planung solltest du nicht nur auf den höchsten Prognosebetrag schauen, sondern zuerst prüfen, ob alle Beschäftigungszeiten, Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten und sonstigen rentenrechtlichen Zeiten vollständig gespeichert sind.
Je näher der gewünschte Rentenbeginn rückt, desto wichtiger wird eine aktuelle Rentenauskunft. Sie zeigt nicht nur einen Geldbetrag, sondern auch, welche Rentenarten und Termine mit deinem Versicherungskonto tatsächlich erreichbar sind.